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Ich habe Kontakt mit der Mutter eine 4 jährigen Tochter aus Portugal.
Die genetische Diagnose ist noch nicht gesichert, aber vieles spricht für HJMD.
Das wäre ein weiter bekannter Fall und zeigt, dass es eine sehr hohe Dunkelziffer gibt.

Heute besuchte ich mit den 2 Patienten die Augenklinik in Tübingen.
Dort erfolgten alle notwendigen Untersuchungen um den Verlauf
und den Stand der Erkrankung zu dokumentieren.
Die Neue Augenklinik in Tübingen ist sehr gelungen und technisch auf aller höchstem Stand.
Yeah ! 2 HJMD aus Norddeutschland diagnostiziert

Untenstehendes Diagramm zeigt in tabellarischer und grafischer
Darstellung
die Sehschärfen im Verlauf.
Die Werte bestehen aus 2 Punkten:
1x Visus bei Diagnosestellung und 1x Visus bei letzter Untersuchung
(hier liegen teilweise viele Jahre dazwischen).
Leider gibt es nicht für alle Patienten 2 Punkte (siehe Tabellenwerte).
Quelle: sämtliche Publikationen zur HJMD welche mir bekannt sind.
Alle Wertangaben wurden in Dezimalangaben konvertiert.
(siehe unter Publikationen)


Download Tabellendiagramm als PDF
Einige Publikationen beschränken sich leider auf die genetische Diagnostik und haben keine Sehschärfen publiziert.

Diese Übersicht stellt einen Versuch dar, optisch den Verlauf darzustellen.
Auffälligkeiten:
- Patient L hat eine positive Entwicklung innerhalb von 3 Jahren und mit Patient H den besten anfänglichen Visuswert.
(hier ist bekannt, das eine Amblyopie erfolgreich durch Refraktionsausgleich behandelt wurde)
- Patient A hat ebenfalle eine sehr hohen Visus zumindest bis zum 13 Lebensjahr,
weitere Messergebnisse nicht bekannt.
- Insgesamt ist eine langsam fortschreitende Verschlechterung klar erkennbar,
jedoch gibt es Unterschiede in Schnelligkeit und Stärke
- Die Verschlechterung bleibt relativ stabil im schlechtesten Verlauf um die 0,1 bis 0,2
- Die meisten Patienten haben in jungen Jahren schon einen schlechten Visus, welcher sich weiter langsam verschlechtert (ob hier z.B.auch Fälle von Amblyopie
dabei sind, ist unbekannt)
-Patienten mit einem hohen Anfangsvisus, scheinen vermutlich im Verlauf,
einen besseren Endvisus zu haben.

Es werden sicherlich noch mehr Daten benötigt werden, um eine genauerer Prognose der Verlaufsform darzustellen.
Ich werde versuchen an weitere Werte zu kommen und die Tabelle zu ergänzen.

Sehr interessante Thesis u.a. über die HJMD gefunden.
In der Thesis sind wir allerdings nicht gelistet,
die Quelle ist die gleiche, wo auch das Paper mit unserer Listung publiziert hat,
vermutlich zeitliche Überlappung. Dennoch die bis dato mir bekannt ausführlichste Beschreibung und Untersuchung diverser HJMD Patienten.
Thesis Auszug HJMD
Damalige Veröffentlichung mit unserem Fall inkludiert:
Veröffentlichung zum Thema: Charakterisierung von CDH3 / HJMD aus England
Komplette Thesis mit weiteren sehr interessanten Fallberichten über seltene Netzhauterkrankungen:
Thesis_2016_CDH3_kpl

Dank der molekulargenetischen Diagnostik,
können wohl immer mehr Fälle diagnostiziert werden.
Nun ist wieder ein Fall eines Jungen aus Brasilien publiziert worden.
Zum Artikel als PDF Download:
CDH3_Brazil_2017

Ein aktueller Artikel beschreibt einen spanischen Patienten mit bestätigter HJMD.
Es liegen Untersuchungswerte seit der Kindheit bis nun ins Erwachsenenalter vor.
Artikel Download als PDF

In einer Arbeit aus Pakistan wurden 2 bekannte Familien hinsichtlich ihres
Genetik untersucht.

Interessanter Auszug:
Affected members (figures 1C, D) of family A showed hallmark features of HJMD. Scalp hairs were sparse and curly, with stunted growth since birth. At the time of the study, a younger brother (IV-1; eight years) (figure 1C) did not record any complaint of ocular manifestations. However, his elder brother (IV-2; 14 years) (figure 1D) had features of macular dystrophy. Affected members of family
B (figures 1E, F) displayed features of Hypotrichosis with slow-growing hairs on the scalp since birth. They had firmly-rooted fine and sparse hairs with persistently
visible scalp. At the time of the study, three affected members, IV-1 (five years), IV-12 (12 years) and IV-13 (eight years), did not show any observable abnormal ophthalmological features (figure 1B). In the same family, two other
affected members, including IV-6 (30 years) and IV-11 (18 years) (figure 1B), had problems with vision, which provided clear evidence of onset of macular dystrophy.
Despite several requests from the authors, affected members  in both the families (A and B) refused to undergo electroretinography examinations. Nails, teeth and sweating  were not affected in affected members in the two families.
Zur Veröffentlichung im Original:
novel_homozygous_sequence_variants_in_the_cdh3_gene_encoding_p_cadherin_underlying_hypotrichosis_with_juvenile_macular_dystrophy

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